Archive for the ‘Selbstorganisation’ Category

Mission… is possible

Donnerstag, September 25th, 2008

Was sind eigentlich “erfolgreiche” Führungskräfte? Nach meinen nunmehr fast sechzig Interviews komme ich zu der Einsicht: es sind Menschen, die das sehr gut tun, wozu sie auf der Welt sind. Und: sie besitzen eine Grundfähigkeit - sie sind PRÄSENT. D.h., sie besitzen innere Klarheit, wissen, in welcher Verfassung sie sind, haben das “Ego” zur Seite geräumt.
Mission / Vision

Für Dieter Klages, Inhaber eines erfolgreichen Softwarehauses, steht fest, dass jeder bereits als Kind weiß, was er im Leben erreichen soll. Aber dieses Wissen werde wieder verschüttet und es bedürfe in vielen Fällen eines externen Auslösers, um die eigene Mission oder Lebensaufgabe wieder zu finden. Jürgen Wehlend, Geschäftsführer eines Erfolgsprojekts im Bereich Telekommunikation, hat - zumindest auf des ersten Blick - eine eher pragmatische Philosophie: eine Vision oder Mission könne dazu gehören. In seinem Fall hatte er von dem zu schaffenden Unternehmen als Geschäftsführer eine klare Vision, die sich – wie er im Gespräch mit leichter Verwunderung bemerkt – auch tatsächlich sehr weitgehend umgesetzt habe.
Andere haben offenbar eine humanistische Lebensbegründung, wie sie beispielsweise von Lothar Zechlin, dem Gründungsrektor der Universität Duisburg-Essen im Interview beschrieben wurde; bereits früh habe er ein Bild gehabt, wollte etwas im politischen Bereich tun und gesellschaftliche Zustände aktiv beeinflussen: „Politisch wirksam sein zu wollen, das war meine Ausgangsmotivation, meine Ur-Motivation.“ Dieses klare innere Bild und Selbstverständnis war augenscheinlich prägend für alle Projekte in Zechlins beruflicher Laufbahn.
Bei der Findung und Pflege der eigenen Mission oder Vision haben fast alle der Interviewpartner, die sich dazu geäußert haben, spezifische Wege “ins Innere”. Zahlreich sind die Anhänger des Sports, hier häufig auch des Langstreckenlaufs. Aber auch Meditation, Yoga, TaKeTiNa und ähnliche Praktiken, die den Weg über den Körper nehmen, wurden genannt.
Ziel der Besinnung, des Abschaltens ist nicht nur die Regeneration, sondern vor allem auch, so meine Feststellung, der Ausbau der oben genannten Grundfähigkeit, präsent zu sein. Schon seit Jahren gibt es im Kontext von Organisations- und Personalentwicklung eine starke Beschäftigung mit diesem Themenbereich. Peter Senge hat sich mit “Personal Mastery” in dem Buch “Die 5. Disziplin” und, später, in: „Presence. Exploring Profound Change in People, Organizations And Society“ mit eben dieser Problematik auseinandergesetzt. Einer der Co-Autoren dieses Buches, der am MIT in Cambridge lehrende Deutsche Otto Scharmer, hat eine „Theory U“ dazu entworfen, die die Bedeutung und die Prozesse beleuchtet; der Untertitel des gleichnamigen Buches lautet „The Social Technology of Presencing“. Scharmer (und anderen) geht es darum zu klären, aus welcher inneren Verfasstheit Führungskräfte (und andere) Entscheidungen treffen, wie sie ein behinderndes „Ego“ aus dem Weg räumen um sensibel zu werden für einen schöpferischen Prozess, der den zukünftigen Möglichkeiten den Weg in die Gegenwart eröffnet.
Allerdings bedarf es dazu eines ganzen Bündels an sozialen, intellektuellen, emotionalen und empathischen Kompetenzen, wie Scharmer sehr anschaulich ausführt, um zum „Presencing“ (als Kunstwort aus sensing, erspüren, und presence, Gegenwart) als Führungskraft überhaupt in der Lage zu sein. Viele der von mir interviewten Führungskräfte besitzen offenbar zumindest Teile dieses Kompetenzbündels und sind fähig zur Präsenz – ob es ihnen nun bewusst ist oder nicht. Und mir sind zahlreiche Interviewpartner begegnet, die diese Grundfähigkeit besitzen – und wohl auch deshalb erfolgreich sind.

Unternehmerische Frauen

Montag, Juni 30th, 2008

Ich nähere mich der angestrebten Zahl von 50 Interviews im Projekt SELBST-FÜHRUNG. In den vergangenen Wochen habe ich führende Frauen aus unterschiedlichen Feldern treffen können, z.B. Susanne Höhn, Leiterin der Goethe-Institute in Italien, Prof. Dr. Marie-Luise Rehn, Dekanin und Vizepräsidentin an der Fachhochschule Osnabrück und auch Margarethe Schmidt Sonntag, die - als Lebensunternehmerin - u.a. als Executive Coach und TaKeTiNa Rhythm Facilitator arbeitet.
Die geringe absolute Zahl an Interviews (50+) bedeutet, dass ich keine belastbaren Aussagen zu geschlechtsspezifischen Unterschieden in Sachen Selbstführung machen kann. In dem qualitativen Ansatz der vertraulichen Gespräche soll es darum auch nicht gehen. Vielmehr bestätigten auch diese Interviews, wie bunt der Strauß ist, der sich aus den jeweils individuellen Formen der Selbstorganisation binden lässt.
In meinem Projekt gibt es natürlich auch Rückschläge; so musste ein prominenter italienischer Gesprächspartner extrem kurzfristig absagen. Zum Trost: ein Espresso auf dem Campo dei Fiori (Rom).
Campo dei Fiori, Rom

Selbstführung: Endspurt bei den Interviews

Mittwoch, Juni 4th, 2008

Fähigkeiten

Klassische Werte und Tugenden sind für viele Gesprächspartner von zentraler Bedeutung im Zusammenhang mit SELBSTFÜHRUNG. Weiterhin zeigt sich in den bisher fast vierzig Gesprächen, dass auch Rituale und Rhythmen eine wichtige Rolle spielen. Die befragten Personen haben zwar, so wird deutlich, einen unterschiedlichen Freiheits- bzw. Selbstbestimmungsgrad, der wesentlich durch die jeweilige Organisation geprägt wird. Dennoch steht die SELBSTFÜHRUNG für alle unter der Bedingung, die tatsächlichen Potenziale zu erkennen und dann maximal auszuschöpfen, um die eigene Vision oder Mission zu entfalten. Die Technik, wie z.B. BlackBerrys oder PDAs, steht dabei im Hintergrund, bei vielen Gesprächspartnern hat das „Planen auf Papier“ Priorität.

Als ein Instrument zur Selbsteinschätzung und Potenzialerkennung, welches ich als ein Nebenergebnis aus den Interviews entworfen habe, leitet sich folgende Matrix ab, innerhalb derer sich die Führungskräfte einordnen könnten (bisher noch nicht eingesetzt).
Leitfragen:
- Welche Freiräume für eigenes Handeln habe ich?
- Wie korrelieren diese Freiräume mit meinen Visionen / Zielen?
- Was begrenzt dieses Potenzial?
- Wie kann ich es erweitern / halten?
- Wie kann ich es optimal nutzen?

Ausschöpfung von Freiräumen

Ein Leitbild für die eigene Person

Donnerstag, März 20th, 2008

Im Blog imgriff.com fand ich eine gute & knappe Zusammenfassung zur Thematik eines persönlichen Leitbilds.
Ivan Blatter schreibt dort über mehrere Verfahren, die eigene „Mission“ zu finden und verweist u.a. auf Steven Covey und Tina Su (15 Questions To Discover Your Personal Mission).
Für das zentrale Feld MISSION / ZUKUNFT meines Modells zur Selbst-Führung ergeben sich daraus praktikable Ansätze, sich mit diesen grundlegenden Fragen zu beschäftigen:
Warum / Wozu bin ich auf der Welt?
Welche Aufgabe (Mission) habe ich?
Was will ich zur Entfaltung bringen?
Welche (persönliche) Zukunft strebe ich – daraus folgend - an?

Ein minimalistischer Arbeitsplatz

Montag, März 17th, 2008

Leo Babautas BLOG zenhabits ist für sich genommen schon lesenswert. Als „Gastblogger“ hat er hier eine schöne Beschreibung seines Arbeitsplatzes gegeben – und er zeigt auf, mit welchen Schritten er es zu diesem Zen-Ambiente geschafft hat.
Babauta’s Desk

Foto: Leo Babauta, Zenhabits

Erster Modellentwurf: Selbstführung als „Blume“

Montag, März 3rd, 2008

Mittlerweile habe ich weiter zum Thema Selbstführung recherchiert und nunmehr das dreizehnte Interview (Stand heute) geführt. Als Ergebnis ist mein vorläufiges Modell für Selbst-Führung entstanden – eine „Blume“:

1 plus 6 Dimensionen der Selbstführung

Modell 01

© Dr. Burkhard Bensmann

Hierbei handelt es sich um den ersten Versuch, die verschiedenen Facetten und Dimensionen des Begriffs Selbstführung in einem Entwurf zu vereinen. Einige Anmerkungen:

Mission/Zukunft: beides steht (für einige Führungskräfte) in einer zyklischen Beziehung: wenn ich weiß, wozu ich auf der Welt bin, dann kann ich auch meine Ziele darauf ausrichten – was wiederum für denjenigen, der nicht an eine „Mission“ glaubt, paradox erscheinen kann…

Körper, Seele & Geist: dieses „Blütenblatt“ vereint Bereiche wie Spiritualität, innere Grundhaltung, aber auch Verfahren wie Stressmanagement, „mentale Modelle“ (Peter Senge und andere), kognitive Fähigkeiten etc.

Können & Entwickeln: hier sind Talente, persönliche Stärken, wie auch deren Weiterentwicklung eingeordnet, ebenso wesentliche soziale Fähigkeiten

Partner, Mitarbeiter & Netzwerk: … damit ist natürlich auch das relationship management gemeint…

Prozesse & Strukturen: bezeichnet u.a. die grundlegenden Methoden und Instrumente der Selbstorganisation

Projekte & Produkte: umfasst – je nach Perspektive – Lebensprojekte, Langzeitvorhaben und / oder Kernaufgaben; ebenso: wesentliche (persönliche) Produkte oder Dienstleistungen im engen oder weiten Sinn

Ertrag / Mehrwert: dies ist noch ein Arbeitstitel im frühen Stadium… dieses Feld ist der Schaffung von Wert gewidmet. Hierzu können Erträge im engen (z.B. finanzielle Erträge) und weiten (z.B. ehrenamtlicher Beitrag) Sinn zählen…

Soviel als erstes Zwischenergebnis nach zwei Monaten Projektlaufzeit…

Traurige Arbeitsplätze - angehübscht

Donnerstag, Dezember 27th, 2007

Über traurige Arbeitsplätze hatte ich vor kurzem berichtet. Es geht doch auch anders. WIRED lieferte jüngst überzeugende (?) Beispiele für die Verschönerung solcher Ecken: Fantastic Fixes Help Your Sad, Pathetic Cubicle.

Microcelebrity: berühmt im kleinen Kreis

Mittwoch, Dezember 12th, 2007

Clive Thompsons Beitrag in der Dezember-Ausgabe von WIRED über ein Phänomen, das er MICROCELEBRITY nennt, beleuchtet das Thema der eigenen Imagegestaltung im Internet (vgl. auch meine Beiträge hier und hier).
Thompson definiert: Microcelebrity is the phenomenon of being extremely well known not to millions but to a small group — a thousand people, or maybe only a few dozen. As DIY media reach ever deeper into our lives, it’s happening to more and more of us.
Wired Dec. 2007
In dem WIRED-Artikel beleuchtet er die Vor- und Nachteile, „microfamous“ zu sein. In der Essenz geht es darum, wie sein eigener PR-Agent zu handeln: Adapting to microcelebrity means learning to manage our own identity and “message” almost like a self-contained public relations department.

The 4 Hour Workweek – Das RICHTIGE tun

Freitag, Dezember 7th, 2007

Ein Buch, das mich so fasziniert hat, dass ich es blitzschnell gelesen habe: The 4 Hour Workweek von Timothy Ferriss (ich habe dazu eine englische Zusammenfassung und Kritik auf amazon.com geschrieben, hier).
Ein wesentlicher Hebel zur Steigerung der Effektivität ist für Ferriss eine – fast schon manische – Art des Outsourcings. Dass man dies auch übertreiben kann, zeigt ein Video, welches Ferriss in seinem eigenen Blog verlinkt hat.
4 Hour Workweek Cover
Ansonsten ist dies ein feines Buch mit zahlreichen handfesten Tipps und einer Unmenge an Hintergrundinformation, welche noch durch freigiebige downloads auf seiner Internetseite ergänzt werden.
Die zentrale Aussagen in seinem Buch hat er mit dem Akronym D-E-A-L versehen:
D – Definition – finde heraus, was Dich WIRKLICH interessiert und formuliere es glasklar.
E – Eliminate – entsorge alles das, was Dich davon abhält, das EIGENTLICHE zu tun. Der Fokus liegt auf Effektivität – do the right thing.
A – Automate – genau hier ist auch sein manisches Outsourcing anzusiedeln: automatisiere oder delegiere alles das, was andere billiger oder besser machen.
L – Liberate – hier beschreibt Ferriss, wie der Angestellte seinem Cubicle entfliehen kann; zudem gibt er detaillierte Hinweise, wie man – egal, ob Freiberufler, Unternehmer oder Arbeitnehmer - Perioden eines „vorgezogenen Ruhestands“ (sog. mini-retirements) ab sofort durchführen kann.

Für Angestellte fast schon frivol, was Ferriss hier an Rezepten vorschlägt, um zu einer 4-Stunden Arbeitswoche zu kommen. In einem Vortrag äußerte er übrigens, dass er eigentlich im Titel von einer 2-Stunden-Woche reden wollte – aber das habe der Verlag nicht mitmachen wollen. Sein BLOG ist übrigens ungewöhnlich gut.
Have fun…

Erneut: Das eigene Bild im Netz beeinflussen

Donnerstag, Dezember 6th, 2007

Bereits in einem früheren Eintrag hatte ich auf Verfahren hingewiesen, mit denen das eigene Image im Internet zu beeinflussen ist (hier). In der Neuen Osnabrück Zeitung (01.12.) entdeckte ich den Hinweis auf das Portal myONID, das vor wenigen Wochen startete - es hat sich zur Aufgabe gemacht, ein aktives Reputationsmanagement für Organisationen und Individuen zu bieten (siehe auch die Info hier).
myOnid gibt auch gleich Tipps, wie das digitale Echo im Netz zu beeinflussen ist, z.B. über automatisierte Suchen (GoogleAlerts) und das aktive Hinterlassen von Spuren im Internet (durch Kommentare in Blogs und Verlinkung).
Bleibt zu beobachten, wie sich das Portal entwickelt…