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Führung heißt Vertrauen schenken – Interview

Deutliche Positionen in der Wirtschaftszeitung

In der aktuellen Ausgabe der Wirtschaftszeitung (NOZ Medien) konnte ich im Interview mit Nina Kallmeier einige Positionen zum Thema Führung darlegen. Das gesamte Interview können Sie hier als kostenloses pdf laden. Nachfolgend eine Auswahl meiner Standpunkte.


Erkenntnisse für Schnell-Leser

  • Führung fängt bei uns selbst mit Selbsterkenntnis, Selbstverantwortung und Selbststeuerung an.
  • Meiner Erfahrung nach sind bis zu einem guten Drittel der Führungskräfte fehl am Platz und nur bedingt entwicklungsfähig – manchmal auch weil es die Organisation nicht einfordert.
  • Für Arbeit 4.0 brauchen wir viel weniger Führung im klassischen Sinn, sondern eher eine Moderation, Unterstützung und Anleitung von Mitarbeitern, damit die sich weitgehend selbst organisieren.
  • Durch die tendenziell flexiblere Arbeit ist der Job der Führungskraft noch einmal einen Zacken anspruchsvoller geworden. Neben funktionierenden Prozessen und Strukturen braucht es für diese neue Art des Arbeitens einen Vorschuss an Vertrauen.
  • [“Work-Life-Balance”] Ich finde diesen Begriff schlicht falsch, weil man im Wortsinn trennt zwischen Arbeit und Leben. Das ist Unfug und führt in die Irre.
  • Die Führungskraft wird – auch bedingt durch den immer schnelleren Wandel – immer weniger Fachkraft. Das bedeutet, sie muss die Selbstorganisation des Mitarbeiters stärker fördern, denn Mitarbeiter können in dynamischen Zeiten nicht darauf warten, dass ihnen alles durch die Führungskraft vorgekaut wird.

 

Burkhard Bensmann Gründer und Geschäftsführender Gesellschafter der Ld 21 Academy (Leadership Development in the 21st Century), spricht in einem Interview in der NOZ-Redaktion Osnabrück zum Thema Arbeit 4.0. Foto: David Ebener


Zur Vertiefung: Masterclass Selbstführung

Wenn Sie selbst Inhaberin, Vorstand, Geschäftsführerin, Führungskraft, “führende Kraft” oder Veränderungsagentin sind und sich von meinen Thesen angesprochen fühlen, dann empfehle ich Ihnen unsere Masterclass Selbstführung. Mit diesem Lernkonzept, das auf zehn Audio-Lektionen basiert, nutzen wir die Vorteile des selbstgesteuerten Lernens. Jede der zehn Audio-Lerneinheiten ist kompakt und Sie entscheiden, wann und wo Sie sie hören – im Zug, im Flugzeug, in Wartezeiten, beim Autofahren oder auch im Büro. Inhaltlich setzen wir am Kern an: bei der eigenen Wirksamkeit.

Im Dezember 2018 startet bereits die vierte Gruppe der Masterclass Selbstführung und wieder haben wir die Inhalte aktualisiert und Ergänzungen vorgenommen. Die zehn Audio-Lektionen werden durch das Begleitbuch, zusätzliche Video-Inputs, zielgenaue Vertiefungshinweise (z.B. auf Podcasts) und das Lernmaterial zu jeder Lektion ergänzt. So können Sie in gut 6 Monaten (die Masterclass geht vom Dezember bis zum Ende Mai 2019) an Ihrer persönlichen Wirksamkeit und damit auch an Ihrem Führungserfolg arbeiten.

Für verbindliche Anmeldungen bis einschließlich 31.10.2018 bieten wir einen besonders attraktiven Early-Bird-Tarif für die Teilnahme (statt regulär € 980,00 zzgl. 19% MwSt. = € 1166,20 jetzt € 580,00 zzgl. 19% MwSt. = € 690,20 / Änderungen, insbesondere des Inhalts, vorbehalten). Hier geht es zur Infoseite, hier direkt zur Anmeldeseite.

 

Klare Worte des Ex-Telekom-Personalchefs Thomas Sattelberger

Führungskräftetagung des Klinikums Osnabrück: Wie führen wir?

Ich hatte gestern das Vergnügen, eine Führungskräftetagung für das Klinikum Osnabrück zu moderieren, bei der Thomas Sattelberger, Ex-Personalchef u.a. bei der Telekom, der Keynote Speaker war. Über 100 Führungskräfte unterschiedlicher Berufsgruppen des Klinikums lauschten gebannt dessen Ausführungen und diskutierten anschließend sehr engagiert die vorgetragenen Positionen.

Foto: Jens Lintel

Vision nach der Sanierung: erstes Haus am Platz sein

Zuvor hatte ich in der Einleitung zur Tagung den Geschäftsführer des Klinikums Osnabrück, Alexander Lottis, zu Anlass und Erwartungen einer solchen Veranstaltung befragt. Für die Nicht-Insider: Das Klinikum Osnabrück durchlebt einen intensiven Sanierungsprozess, bei dem es mittlerweile gelungen ist, wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Lottis betonte in einer Frage/Antwortrunde mit mir, dass seine Führungsprinzipien vor allem darauf setzten, dass die Mitarbeiter innerhalb gesetzter “Leitplanken” möglichst eigenverantwortlich handeln und entscheiden sollten. Ein zentraler Baustein sei Vertrauen. Auf die Frage nach den Zukunftsperspektiven nach dem Sanierungsprozess schilderte er seine Vision. Demnach solle das Klinikum Osnabrück nicht nur “das erste Haus am Platze” in Stadt und Region sein, sondern sich auch zu einem Universitätsklinikum entwickeln.


Sattelberger: Feedback ist Frühstück für Champions

Im Hauptvortrag fand Thomas Sattelberger klare Worte zum Thema Führung, mit denen er das Publikum hellwach hielt. Sattelberger, der nach Stationen bei Daimler Benz, Lufthansa und Continental von 2007-2012 bei der Telekom als Personalchef tätig war, schilderte eindrücklich seine Erlebnisse aus der Konzernwelt. Zwischendurch schlug er immer wieder Brücken zur Welt des Gesundheitswesens und der Krankenhäuser im Speziellen. Aus seiner Sicht geht es darum, ein wirksames Dreieck mit den Punkten Wirtschaftlichkeit, Patientenbeziehung und fachlichem Können zu erschaffen und weiter zu entwickeln. Immer wieder betonte er in diesem Zusammenhang den Stellenwert einer gelingenden Kommunikation, vor allem in Form von Feedbackprozessen.

Sattelberger schilderte ebenfalls, welche zentralen Führungsfehler immer wieder begangen würden. Seine vier wesentlichen Prüfpunkte (in meinen Worten):

  1. Menschen glauben grundsätzlich, dass sie gut führen – wenngleich das real bei vielen nicht der Fall sei; dies verweise auf ein falsches Selbstbild.
  2. Schlechte Menschenführung verschreckt / eine gute Führung ist das A & O für langfristige Mitarbeitermotivation – gute Leute bleiben dann erwiesenermaßen länger.
  3. Niemand darf sich entziehen – in Umbruchsituationen müssen alle in erkennbarer Weise ihren Beitrag liefern; das gilt auch und besonders für die Spitze.
  4. Aufsichtsräte und vergleichbare Gremien müssen ihre Aufgaben und Rollen erfüllen – und eben nicht in das operative Geschäft reinregieren.

Der Referent bot immer wieder Beispiele für schlechte wie auch für gute Kultur, Führung und Mitarbeiterbeteiligung an, zum Beispiel das Projekt des neuen Gotthard-Eisenbahntunnels. Es gelang ihm zu vermitteln, dass Veränderung heutzutage eine Konstante geworden ist – und nicht etwa eine Ausnahmesituation.


Empfehlung: Leitbild gemeinsam entwickeln

In Richtung der anwesenden Führungskräfte des Klinikum empfahl er, den bisherigen Prozess der Sanierung – der sicherlich eher sieben Jahre brauche – durch ein klares Zukunftsbild fortzuführen. In diesem Zusammenhang spielten, so Sattelberger, Inspiration, Vorbildverhalten und Beteiligung wesentliche Rollen. Ganz praktisch riet er dazu, das Zukunftsbild des Universitätsklinikums im Rahmen der Entwicklung eines Leitbilds zu realisieren und dabei auf einen breiten Beteiligungsprozess zu setzen.


Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen

Wie Alexander Lottis als Geschäftsführer des Klinikum betonte, ist diese Veranstaltung für Führungskräfte als aufrüttelnder Auftakt angelegt. Weitere Treffen der Führungskräfte, auch in anderen und neuartigen Formaten, würden das zentrale Thema – “Wie führen wir?” – weiter fortsetzen.


Zur Vertiefung: Podcast

Zu dieser Thematik passen diese Podcast-Episode besonders gut:

SF52 “Veränderungen gestalten – Erfolgsfaktoren für den Wandel in Organisationen”

SF48 “Dialog und Reflexion – warum wir das direkte Gespräch brauchen”

 


Fotos: Jens Lintel

Episoden

SF05 Blick in die Zukunft mit Oliver Leisse

Aktuelle Trends und “Digital Overload”

In dieser Episode interviewe ich den Zukunftsforscher Oliver Leisse, der mit seinem Institut See More mit Sitz in Hamburg Unternehmen dahingehend begleitet, sich aktiv auf die Zukunft vorzubereiten.
Wir haben uns gegenseitig für unsere Podcasts interviewt und ich empfehle hier ausdrücklich seinen Podcast “Zukunft, Trends und Strategien“. Oliver Leisse bietet seinen Kunden Perspektiven an, um wahrscheinliche Entwicklungen zu erkennen und eigene Handlungsoptionen zu erkennen.

Forschungsstation beim diesjährigen Leadership Development Congress

Bei unserem Leadership Development Congress (LDC 2015) im September wird er mit einem neuen Format einen Beitrag liefern – wir nennen es die „Forschungsstation“. In einer Live-Konferenz wird er zwei Zukunftsexperten aus seinem Netzwerk zu Trends in Sachen „Leistungsfähige Führungskräfte“ befragen – Perspektiven aus zwei Metropolen im Vergleich.
Im heutigen Interview spreche ich mit Oliver Leisse über seine derzeitigen Projekte, über das Thema Digital Overload und über zentrale Trends und Entwicklungen, die uns in den kommenden Jahren beeinflussen werden. Er erläutert, wie technologische Veränderungen u.a. dazu führen, dass – wie er sagt – “banale Arbeit” verschwindet.

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