Zweiter Leadership Development Congress (LDC) war ein voller Erfolg

Was können Führungskräfte von der Personalauswahl bei Piloten aus der Luft- und Raumfahrt lernen? Und wie stehen die psychische Wiederstandkraft Resilienz und eine gesunde Unternehmenskultur miteinander im Verhältnis? Dies waren zwei leitende Fragen des zweiten Leadership Development Congress (LDC), der am 24. September im Speicher 3 von Hellmann Worldwide Logistics stattgefunden hat. Veranstalter der Kongressreihe, die jedes Jahr im September stattfindet, ist die Ld 21 academy GmbH.

Rund 70 Führungskräfte aus der Region, sowie auch aus dem süd- und norddeutschen Raum, befassten sich einen Tag lang mit dem Thema „Körper, Seele, Geist“, als einem Element von Selbstführung, dem Kernthema der Ld21 academy. Seit rund sechs Jahren forscht Prof. Dr. Burkhard Bensmann, der Leiter der Akademie und langjähriger Executive Coach zur Frage, wie sich unternehmerische Menschen selbst führen. Sein Modell der „Sieben Felder der Selbstführung“ ist die Basis für sämtliche Veranstaltungsformate der Akademie, so auch für den Kongress.

 

Prof. Dr. Burkhard Bensmann im Gespräch mit Keyspeaker Dr. Viktor Oubaid, leitender Psychologe am Deutschen Institut für Luft- und Raumfahrt

Prof. Dr. Burkhard Bensmann im Gespräch mit Keyspeaker Dr. Viktor Oubaid, leitender Psychologe am Deutschen Institut für Luft- und Raumfahrt

 

Während der erste LDC vor einem Jahr unter der Überschrift des ersten der „Sieben Felder der Selbstführung“ stand und das Thema „Vision und Mission“ behandelt hat, ging es in den Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden der diesjährigen Veranstaltung um das zweite Feld, das die individuellen Bedürfnisse für ein gesundes Lern- und Arbeitsumfeld behandelt: „Körper, Seele, Geist“.

Aus der Pilotenauswahl lernen: Persönlichkeitseigenschaften zentral

Dr. Viktor Oubaid, leitender Psychologe am Deutschen Institut für Luft- und Raumfahrt (DLR) gewährte in seinem interaktiven Vortrag Einblicke in die Auswahl von Piloten und Astronauten und machte dabei deutlich, wie Verhalten bei Bewerbern entsteht. Die meisten Eigenschaften, die im Erwachsenenalter beobachtet werden können, tragen die Menschen bereits im Kindesalter bei sich, erklärte Oubaid. Für den Prozess der Piloten- und Astronautenauswahl seien vor allem die Eigenschaften zentral, die die Persönlichkeit ausmachen. Denn darauf sei Verhalten und Leistung in der Regel zurückzuführen.

 

Dr. Viktor Oubaid über die zentralen Aspekte in der Personalauswahl von Astronauten und Führungskräften

Dr. Viktor Oubaid über die zentralen Aspekte in der Personalauswahl von Astronauten und Führungskräften.

 

Vor dem Hintergrund von Fehlern, die in der Luftfahrt passieren, erläuterte Oubaid anhand von realen Beispielen, wie zentral hier auch Elemente der Selbstführung sind. Bleibt vor einem Flug etwa ein Austausch zwischen Piloten und Flugplanung, die Änderungen in der Strecke vorgenommen hat, aus, so kann dies gravierendste Folgen haben, wie etwa bei einem Flug in der Antarktis, der in den Achtzigerjahren mit einem Crash in einem Berg endete.
Oubaid übertrug das Beispiel auf die Aufgaben der anwesenden Führungskräfte, die er aufforderte, sich vor dem Ernstfall bestimmter Situationen, entsprechende Szenarios durchzuspielen und dabei zu prüfen, wie sich dieses oder jenes anfühlt. Zudem sei auch die immer wiederholte Überprüfung des eigenen Stand-(und Flugpunktes) zentral: „Bin ich wirklich da, wo ich sein sollte?“.

Resilienz als zentraler Faktor für Personaleinsatz und Unternehmenskultur

Aus einer anderen Brille betrachtete Dr. Christina Berndt, Wissenschaftsjournalistin und Bestsellerautorin zum Thema „Resilienz“ den Themenkomplex „Körper, Seele, Geist“: In ihrem Vortrag ging es um die Verbindung zwischen der psychischen Widerstandskraft Resilienz und dem Umgang mit Mitarbeitern, Kollegen und dem Thema Personalentwicklung.
Zentrale Erkenntnis: Während Menschen, die über ein großes Maß an psychischer Widerstandskraft verfügen und dadurch mit Problemen, Schicksalsschlägen und Herausforderungen tendenziell leichter umgehen können, haben es Menschen, deren Resilienz weniger ausgeprägt ist, diesbezüglich zwar schwerer, ihre sensiblen Eigenschaften bringen jedoch wiederum andere Vorteile mit sich. Dr. Berndt, die jahrelang zum Thema recherchiert hat, riet den Führungskräften vor dem Hintergrund unterschiedlicher Widerstandskräfte und Fähigkeiten bei den verschiedenen Mitarbeitern im Unternehmen sehr genau darauf zu achten: Wer macht welche Aufgaben? Und für wen wären welche Aufgaben eigentlich am geeignetsten? „Es kommt auf die Vermengung der Eigenschaften an“, sagte die Expertin. So sollten Führungskräfte und Mitarbeiter sich über die Ausprägung ihrer Eigenschaften bewusst sein, um sie gezielt einzusetzen.

 

Bestsellerautorin und Wissenschaftsjournalistin Dr. Christina Berndt sprach zum Thema Resilienz und der Bedeutung für die Unternehmenskultur.

Bestsellerautorin und Wissenschaftsjournalistin Dr. Christina Berndt sprach zum Thema Resilienz und der Bedeutung für die Unternehmenskultur.

 

Als zwei „Faktoren, die einen entweder retten oder untergehen lassen“, und damit zentrale Faktoren von Resilienz sind, nannte Dr. Berndt die persönliche Bindung zu Menschen (Familie, Freunde, berufliche Netzwerke), sowie auch das Nicht-Festgefahrensein in Vorstellungen und Wegen, um in herausfordernden Situationen flexibel umdenken zu können.

Blick in zwei Metropolen mit Zukunftsforscher Oliver Leisse

Einen internationalen und zugleich virtuellen Blick in zwei Metropolen ermöglichte Zukunftsforscher Oliver Leisse vom Hamburger Institut SeeMore. Über eine Videokonferenz wurden Live-Interviews mit seinen Kollegen in Seattle und Hongkong geführt. Wie ist das Arbeitsumfeld, das Wohlbefinden und der Stresspegel eigentlich bei den anderen? Kurz gesagt: Insbesondere in Hongkong, so berichtete der zugeschaltete Kollege, steht der perfekte Mensch zunehmend im Mittelpunkt. Eine „Fressen und gefressen werden-Mentalität“, fasste Oliver Leisse zusammen: Wer im Job krank wird, nicht richtig funktioniert, der kann schon mal leicht den Job verlieren. Eigenverantwortung ist hier das A und O. Und genau darauf reagierten auch die Menschen: Der Kollege berichtete davon, wie Menschen zunehmend bereits früh morgens zwischen fünf und sechs Uhr auf die Straße gehen, um Sport zu machen, um dies überhaupt irgendwie in den stressigen Großstadt-Alltag zu integrieren.

 

Zukunftsforscher Oliver Leisse schaltete sich live nach Seattle und Hongkong.

Zukunftsforscher Oliver Leisse schaltete sich live nach Seattle und Hongkong.

 

Gedeihliche Arbeitsbedingungen für leistungsfähige Führungskräfte und Mitarbeiter

Dass Körper, Seele und Geist auch mit durchdachter Büroraumgestaltung zu tun hat, war eine weitere Kernerkenntnis des Kongresses. Der Büromöbelhersteller Steelcase hat den Projektraum im Speicher 3 mit modernen Sesseln, Sofas, Stühlen und Hockern ausgestattet, die für eine neue Generation von Büroraumeinrichtung stehen. Auch der Speicher 3 selbst zahlte als Veranstaltungsort und dabei als mehrfach prämiertes Bürogebäude auf dieses Thema ein: Mitarbeiter der Firma Hellmann Worldwide Logistics haben im Speicher 3 keine festen Plätze und erleben das Arbeiten darüber hinaus in einem sehr transparent und offen gestalteten Gebäude, das die Kommunikation und den Wissensaustausch zwischen allen Abteilungen fördern soll. Führungen durch das Büro, die von Hellmann, sowie auch von der PCO als Tochterfirma von Hellmann angeboten worden sind, haben den teilnehmenden Führungskräften Einblicke in dieses moderne Konzept ermöglicht.

 

Der sonst leer stehende und somit individuell nutzbare Projektraum des Speicher 3 wurde mit modernen Büromöbeln der Firma Steelcase gestückt.

Der sonst leer stehende und somit individuell nutzbare Projektraum des Speicher 3 wurde mit modernen Büromöbeln der Firma Steelcase gestückt.

 

Unterstützer und Partner

Prof. Dr. Burkhard Bensmann freute sich über den zweiten außerordentlich gelungenen Kongress, der wieder zu vielschichtigem Austausch, Netzwerk und intensiven Beschäftigung mit dem Thema Selbstführung geführt hat. Er bedankte sich bei den Premiumpartnern Steelcase, pro office und SALT & PEPPER, sowie den Förderpartnern PCO, Hellmann, Handwerkskammer Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim, WIGOS (Wirtschaftsförderung des Landkreises Osnabrück), WFO (Wirtschaftsförderung der Stadt Osnabrück), Auto Weller, B&B GmbH und Die Wirtschaft. Einblicke in die Projekte und Themen dieser Partner und Unterstützer, die ebenfalls im Kontext mit dem Thema Selbstführung stehen, bekamen die Teilnehmer wieder an vier Thementanksäulen, an denen sie in jeweils 15 Minuten Wissen und Erkenntnisse zu ausgewählten Projekten hören und erleben konnten.

 

Thementanksäule zum Thema körperliche Fitness im Büroalltag mit Anja Termöllen vom Unternehmen business fitness.

Thementanksäule zum Thema körperliche Fitness im Büroalltag mit Anja Termöllen vom Unternehmen business fitness.

 

Passend zum Leitthema wurde dabei auch das Thema körperliche Fitness in das Programm integriert: Sport- und Rückenschultrainerin Anja Termöllen hat den Führungskräften an ihrer Thementanksäule nicht nur Techniken erklärt, mit denen sie sich und ihren Körper im Büroalltag fit und beweglich halten, sondern hat diese Übungen auch in einer „Bewegten Pause“ direkt mit der Gruppe ausprobiert.

 

Save the Date: Der nächste Kongress findet am 22. September 2016 statt. Dann wird das dritte der „Sieben Felder der Selbstführung“ im Mittelpunkt stehen: „Fähigkeiten & Selbstentwicklung“.

 

 

360 Grad: neue Ausgabe

Think better – Neurowissenschaften. Der nächste Wettbewerbsvorteil

Die neue deutsche Ausgabe des Magazins 360 Grad ist erschienen. Steelcase, unser Premiumpartner beim diesjährigen Leadership Development Congress (LDC 2015 am 24.09.2015), schlägt wieder einmal die Brücke von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen in die heutige Arbeitswelt. Hier ein Auszug aus der neuen Ausgabe:

An Arbeitsplätzen in aller Welt wächst das Bewusstsein, dass wir nicht unser gesamtes Potenzial ausschöpfen und dass wir zu vielen Ablenkungen ausgesetzt sind. Die Diagnose scheint klar zu sein, dennoch fühlen sich die meisten Menschen hilflos, irgendetwas anderes dagegen zu unternehmen, als noch härter und noch konzentrierter zu arbeiten. Neurowissenschaftliche Forschungen werfen nun ein neues Licht auf dieses Thema und zeigen klare Anhaltspunkte dafür, wie sich die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter beim Arbeiten besser fördern lässt. Das WorkSpace Futures Team führte die Entdeckungen der Wissenschaftler mit ihren eigenen Untersuchungen zu den Verhaltensweisen von Büromitarbeitern und der sich wandelnden Arbeitswelt zusammen. Dadurch ist Steelcase heute in der Lage, neue Erkenntnisse und Ideen zu präsentieren, wie Arbeitsplätze auf innovative Weise neu erfunden werden können, um eine optimale Gehirnleistung zu ermöglichen.

Download des Magazins hier: Magazine360_11_DE.compressed

 

Kongress: noch eine Woche

Leadership Development Congress (LDC 2015) am 24.09.

Noch eine Woche – das Vorbereitungsteam für den Kongress hat jetzt nahezu alle Arbeiten abgeschlossen. Am kommenden Mittwoch wird aufgebaut und am Donnerstag geht der LDC 2015 ab 08:30 Uhr über die Bühne. Wir starten mit Führungen durch den prämierten Speicher 3 von Hellmann in Osnabrück und dann begrüße ich die TeilnehmerInnen um 09:00 Uhr offiziell.
Unser Thema Körper, Seele, Geist: Die eigene Leistungsfähigkeit als Führungskraft erhalten (hier der aktuelle Folder: LDC_15_Folder_10_low)  beschert uns ein volles Haus – es wird wieder “kuschelig”, wie bereits im letzten Jahr.
Steelcase wird uns in Kooperation mit pro office Osnabrück komplett mit innovativen Möbeln ausstatten, so dass wir im Projektbereich des Speichers ein tolles Setting erwarten dürfen mit ganz unterschiedlichen Zonen für Zuhören, Dialog und Rückzug.
Die meisten unserer Keyspeaker kann man schon vorab jeweils in Podcast-Interviews hören (www.ld21.de/podcast/ – Dr. Viktor Oubaid, Dr. Christina Berndt, Alexander Strehl, Stephan Derr, Anja Termöllen und mit Oliver Leisse habe ich bereits zwei Podcasts aufgenommen). Tipp für die TeilnehmerInnen des Kongresses: schon mal reinhören… Und wer verhindert ist, kann zumindest einige der Kernbotschaften per Podcast kennenlernen.

 

Artikel “Selbstsabotage” erschienen

*** Bearbeitet am 16.09. – Artikel jetzt hier als download ***

Für die aktuelle (09/2015) Ausgabe des Magazins WIR Wirtschaft Regional habe ich den Titelbeitrag geliefert: “Selbstsabotage und was wir dagegen tun können”. Sie finden das Magazin zum Lesen auf dem Bildschirm hier.

NEU: Hier ist der Artikel zum Download: WIR+09_2015_Selbstsabotage.compressed

In diesem Artikel nenne ich wesentliche Erkenntnisse, die ich in meinem neuen Kompaktbuch “Von der Vision zum persönlichen Erfolg” ausführlich dargestellt habe. Das Buch ist im Buchhandel und u.a. hier und hier erhältlich (Print und E-Book).

Im Artikel und – ausführlich – im Buch geht es u.a. um folgende Punkte:

  • Womit stellen wir uns selbst ein Bein?
  • Fremde Ziele
  • Betrunken von der eigenen Wichtigkeit
  • Ablenkung und digitale Überlastung
  • Fünf Wirkungsfaktoren, um den eigenen Kurs zu halten

Letztlich geht es darum, tatsächlich “Von der Vision zum persönlichen Erfolg” zu kommen und die eigene Wirksamkeit zu steigern. Ich wünsche erbauliches Lesen.

Dieter Burmester verstorben

Ich war sehr bestürzt, als ich erfahren habe, dass Dieter Burmester vor einigen Wochen verstorben ist. Die FAZ hat einen gefühlvollen Nachruf geschieben (“Ein Leben für den feinen Klang”), den ich hier verlinke. Den Unternehmer und Musiker habe ich 2012 bei einem Interview für mein zweites Buch kennen- und schätzen gelernt. Wer mag, kann hier das gesamte Kapitel “Immer besser Musik hören – Dieter Burmester” herunterladen und lesen: Exzerpt_SF02_Burmester
Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen Mitarbeitern.