SF32 Prototyp: Warum eine Vision wichtiger ist als ein Businessplan

Interview mit Thomas König, Automuseum PROTOTYP in Hamburg

Thomas König, einer der beiden Gründer des privaten Automuseums PROTOTYP in Hamburg, ist mein heutiger Interviewgast. Er ist für mich ein hervorragendes Beispiel für einen Unternehmer, der einerseits eine klare Vision hat und ihr folgt und der andererseits flexibel genug ist, die sich ihm bietenden Gelegenheiten konsequent zu nutzen. Der Begriff PROTOTYP ist für mich übrigens in vielerlei Hinsicht richtungsweisend, u.a. im Design Thinking. In meinem Modell der “Dynamischen 5” (hören Sie dazu gerne den Podcast SF02 Wie ein Unternehmer handeln: Die dynamische 5″) gehe ich ebenfalls darauf ein.

Der Entrepreneur im Portrait

Ich habe ihn bereits ausführlich in meinem zweiten Buch (Selbstführung: Wie sich kreative Entrepreneure erfolgreich organisieren) vorgestellt, das Kapitel über ihn lautet: „Prototyp als Prinzip“. Daraus zur Einstimmung für Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, ein kurzer Auszug: “Thomas König und sein Freund und Schwager Oliver Schmidt haben ihren Traum verwirklicht und das Automuseum PROTOTYP am Rande der Hamburger Speicherstadt geschaffen. Für Autoliebhaber ist es ein Paradies. Beide kreierten ein Gesamtkunstwerk, indem sie die Autos in dem Backstein- Industriegebäude auf mehreren Etagen in Szene setzten, ergänzt um zeitgenössische Zeichnungen, Plakate, ja sogar Geräusche und Eventflächen. So ist ein Ausstellungsort entstanden, der im Vergleich zu anderen aktuellen Bauten eben nicht glatt und aseptisch ist. Erwähnenswert ist die Tatsache, dass dieses private Museum auch wirtschaftlichen Erfolg erzielt.”  (S.94) Im Buch ist er einer von elf ausgewählten Entrepreneuren, die sich in meinem Augen jeweils durch eine eigene und unverwechselbare Art kreativ selbst steuern. Weitere vorgestellte Menschen: der Lichtkünstler Ingo Maurer, der Gestalter Mike Meiré, die Galeristin Vera Munro, und der Skateboarder und Stifter Titus Dittmann.

Leitfragen in unserem Gespräch

Mit Thomas König spreche ich u.a. über folgende Themen:
  • die Fantasie, 2008 im Niemandsland ein Museum aufzumachen – und später im Zentrum eines neuen Stadtteils zu liegen
  • wie man von einer Schraubergarage zu einer ausgezeichneten Museumskonzeption gelangt
  • warum eine Vision und das „lodernde Feuer”wichtiger sind als ein Businessplan
  • warum man „den Moment, wenn das Feuer in einemlodert, unbedingt nutzen muss”
  • wie man das Risiko gemeinsam mit einem Partner schultern kann
  • „Prototyp als Prinzip“  – was auch heutige Gründer von den damaligen Pionieren lernen können
  • wie auch das Private und das Spielen seinen Raum findet
  • warum derjenige, der sein Hobby zum Beruf macht, sich unbedingt ein neues suchen soll
Wie bei fast jedem Interview bitte ich meinen Gesprächspartner Thomas König, uns zum Abschluss ein paar konkrete Tipps zu geben, um die eigene  Vision zu finden und in die Tat umzusetzen.

Weitere Informationen

Hier noch einmal der link zum Automuseum: Museum Prototyp
Ab 11.11. läuft dort übrigens eine Sonderschau zu den “Art Cars” von BMW.

Podcast auf iTunes bewerten. (Anleitung)

Titus im WELT-Blog

Titus Dittmann, Skateboard-Pionier und skate-aid-Stifter

Ich will auf den Artikel hinweisen, in dem Titus Dittmann, der Skateboard-Pionier und Stifter, vor einiger Zeit im “PS-Blog” der WELT vorgestellt wurde: “Meine Finger waren über Jahre nie richtig sauber” (vom 28. September, Autor: Fabian Hoberg).
Auszüge: “Titus Dittmann gilt als der Godfather of Skateboarding in Deutschland. Neben seiner Leidenschaft für vier kleine Rollen auf zwei Alu-Achsen hat er eine weitere: für dicke Motoren in alten Autos… Zwei Achsen, vier Räder. Ganz gleich ob auf einem Skateboard oder im Auto: Titus Dittmann liebt Geschwindigkeit. Der ehemalige Lehrer und Unternehmer ist der Godfather of Skateboarding in Deutschland. Die Skateboard-Marke Titus kennen die meisten Jungs und Männer zwischen zehn und 50 Jahren. Doch die wenigsten wissen, dass der 66-jährige Titus ein Faible für Autos hat – und das schon länger, als er auf dem Rollbrett unterwegs ist.”
Der Artikel verweist auch auf Titus’ Engagement für Kinder und Jugendliche im Rahmen seiner Stiftung: “2009 gründet er seine Stiftung Skate-Aid. Dort, wo Gewalt, Krieg, Terror und Hoffnungslosigkeit den Alltag bestimmen, will er die Hoffnung für Kinder ins Rollen bringen, die Situation von Jugendlichen in Krisen-, Kriegs-, und Entwicklungsgebieten verbessern. Seine Stiftung unterstützt weltweit Kinder- und Jugendprojekte, die mittels Skateboarding Entwicklungshilfe leisten. Seit fünf Jahren setzt er sich auch für Flüchtlinge ein und intensiviert sein Engagement angesichts der aktuellen Krise.” Hier der link zu skate-aid e.V..

Titus in meinem zweiten Buch: “Mein Leben ist eine klare durchgängige Linie”

Ich hatte bereits das Vergnügen, ihn für mein zweites Buch, Selbstführung: Wie sich kreative Entrepreneure erfolgreich organisieren, interviewen zu können. Er betonte im Gespräch, dass der Begriff Selbstführung für ihn stark mit Selbstdisziplin verknüpft sei:
“Dass man auch selbst die Ziele erreicht, die man sich gesteckt hat oder diese Ideale, diese Werte, die man im Kopf hat, auch lebt.“ Für ihn sei die Führung der eigenen Person aber nur möglich, wenn man den Prozess der Wertefindung schon hinter sich gebracht habe. Selbstführung ist für Dittmann nichts anderes, als die für sich gefundenen Werte zu verwirklichen: „Ich glaube, das ist nicht an ein bestimmtes Alter gebunden. Aber ich glaube, dass mit fort­ schreitendem Alter das Bewusstsein für die Wichtigkeit der Beschäftigung mit Selbstführung – oder überhaupt der Selbstanaly­se und des Beschäftigens mit sich selber – zunimmt.“

Titus hatte als einer der Keyspeaker unseres Leadership Development Congress in 2014 (Thema: “Visionen finden, Visionen erneuern”) auch alle unsere Kongressteilnehmer mit seiner offnen und direkten Art begeistert, in der er auch eigene Fehler thematisiert.