Schützen Sie Ihren Geist – und kooperieren Sie mit der KI
Eine dreiteilige Reihe über praktische Selbstführung in Zeiten von Beschleunigung, KI und Unsicherheit
Wie schützen Sie Ihre Aufmerksamkeit, wenn der Informationsstrom nie abreißt?
Wie entscheiden Sie, was noch vertrauenswürdig ist, wenn Deepfakes und Desinformation in großem Maßstab zirkulieren?
Wie bleiben Sie glaubwürdig, wenn KI Arbeitsprozesse schneller verändert, als Führungskräfte Routinen anpassen können?
Willkommen zu dieser Reihe von drei Blogbeiträgen, die auf meinem kompakten Buch Lead Yourself in a Crazy World: Practical Self-Leadership for CEOs, Entrepreneurs, and Public Leaders basieren.
Ich weiß: Als Führungskraft der ersten Ebene arbeiten Sie unter sehr herausfordernden Bedingungen. Alles beschleunigt sich, Ihre Aufmerksamkeit wird permanent fragmentiert – und die Zukunft wirkt schwerer planbar als früher.
Kapitel 1: Schützen Sie Ihren Geist (Übungen, mit denen Sie heute starten können)
Der zentrale Schritt ist einfach – und in der Umsetzung anspruchsvoll: Behandeln Sie Ihre Aufmerksamkeit wie eine knappe, strategische Ressource. Sonst wird Führung leise, aber zuverlässig zu Reaktion.
Drei konkrete „Auszüge in Aktion“ aus dem Kapitel:
- Ein persönliches Aufmerksamkeits‑Regelwerk aufbauen: Entscheiden Sie bewusst, wann Informationen in Ihren Kopf dürfen (E‑Mails, Chats, News, Social Media) – und schützen Sie unterbrechungsfreie Zeit.
- Einen einfachen Trust‑Filter nutzen: Wählen Sie 3–5 hochwertige Quellen, ignorieren Sie wiederkehrende Gerüchte – und stellen Sie sich vor dem Handeln drei kurze Prüf‑Fragen.
- Micro‑Rituale für Klarheit etablieren: Fünf Minuten Abend‑Journaling, ein kurzes Entscheidungslogbuch und eine 30‑Sekunden‑Pause, bevor Sie auf Trigger‑Nachrichten reagieren.
Ein 1‑Wochen‑Experiment (sofort nutzbar):
- Legen Sie zwei feste E‑Mail‑Fenster pro Tag fest.
- Planen Sie täglich einen 60‑Minuten‑Deep‑Work‑Block – mit ausgeschalteten Benachrichtigungen.
- Schreiben Sie abends drei Zeilen: „Was war heute wirklich wichtig?“
Kapitel 2: Kooperieren Sie mit den Maschinen (ohne Hype, ohne Verweigerung)
KI ist längst im Arbeitsalltag angekommen – oft, bevor Führungskräfte Zeit hatten, die Konsequenzen wirklich zu reflektieren. Gleichzeitig entwickelt sich Cyberkriminalität weiter: durch Stimmklonen, simulierte Anrufe und personalisierte Betrugsversuche.
Die Kernbotschaft lautet: Sie müssen kein KI‑Ingenieur werden. Aber Sie brauchen eine reflektierte Beziehung zu KI – in Ihrer Rolle als Führungskraft.
Drei praktische Schritte, die Sie diese Woche umsetzen können:
- Eine halbe Seite „KI‑Haltung“ formulieren: Grün (aktive Nutzung), Gelb (vorsichtiges Experimentieren), Rot (bewusst nicht nutzen).
- Ein minimales „Tech‑Cockpit“ aufbauen: 3–5 Tools, die Sie wirklich verstehen und konsequent nutzen – statt alles auszuprobieren.
- Cyber‑Risiko als Selbstführung behandeln: Ungewöhnliche finanzielle oder strategische Anweisungen konsequent über einen zweiten, unabhängigen Kanal verifizieren.
Im nächsten Beitrag geht es um das Navigieren von Unsicherheit („Polykrise“) – und darum, wie Sie in einer polarisierten und zunehmend aggressiven Welt innerlich stabil bleiben.
Der Beitrag ist bei Substack erstmals am 06.01.2026 auf Englisch erschienen.
Das englische Kompaktbuch “Lead Yourself in a Crazy World” kann hier erworben werden: https://www.amazon.de/dp/B0G7MBSC8W