Beiträge

Reisen in Zeiten der Sturmschäden

Der Verkehr ruht. Ich auch.

Statt per Bahn nach Köln zu fahren und den heutigen Tag mit meinem Berater Maik Pfingsten der Planung und vor allem dem Thema Digitalisierung der Akademie zu widmen, konnte ich mich heute in besonderer Geduld üben. Bis  Dortmund bin ich gekommen, dann „ruhte“ der  Fernverkehr aufgrund der Sturmschäden. Während ich dies schreibe, bin ich nach fast drei Stunden zumindest wieder auf dem Weg zurück zu meinem Ausgangsort.
Schon häufiger hatte ich diese Problematik in den vergangenen Jahren erlebt und auch mehrere Kundentermine deswegen verschieben müssen. Versuche, statt mit der Bahn dann mit dem Auto in Richtung Düsseldorf oder Köln zu gelangen, scheiterten in Staus.

Die eigene Aufstellung überprüfen

Für mich ein guter Anlass, noch hier im Zug die eigene strategische Aufstellung zu überdenken. Wie stark bin ich mit meinen Dienstleistungen abhängig von Verkehrsmitteln? Welche alternativen Kommunikations- und Vertriebskanäle sollte ich aufbauen und mit den Kunden regelrecht einüben? Was tun, wenn ich über mehrere Tage nicht reisen oder kommunizieren kann? Offen gestanden bin auch auch verwöhnt vom normalerweise hohen Funktionsgrad unserer Infrastruktur. Daher will ich mich nach den heutigen Erfahrungen wieder mehr den Fragen zuwenden, wie ich mich robust und „resilient“ aufstellen kann – sicher auch ein Aspekt einer gelingenden Selbstführung.

Prüffragen und Ideen

– Wie redundant bin ich aufgestellt?
– Sollte ich mit meinen Kunden zwischenzeitlich die Abstimmung über Skype und Web-Meetingtools (z.B. GoToMeeting) regelrecht einüben?
– Das Portfolio meiner Dienstleistungen überprüfen: reichen die Streuung und die Kanäle aus?
– Wie kann ich Störungen der Infrastruktur positiv annehmen und entweder für persönliche Auszeiten und für Entspannung oder für persönliche Planungszeit (= geschenkte Zeit) nutzen?

Episoden

SF169 Gereiztheit und Gelassenheit – Update mit Oliver Leisse

 


Was können wir gegen Gereiztheit tun?

Sind Sie auch schon in den Abgründen von Zeitungsforen verloren gegangen? Haben Sie sich auch gefragt, wie Sie sich gegen die Aufgeregtheit immunisieren und mehr Gelassenheit entwickeln können? In dieser Episode spreche ich mal wieder mit dem Zukunftsforscher und Freund Oliver Leisse. Wir erörtern u.a., was wir gegen Gereiztheit tun können. Auch diese Episode nutzen wir wieder für unsere beiden Podcast-Kanäle („So geht Zukunft“ von Oliver, „Selbstführung und Leadership Development“ von mir). Das vorletzte Update mit ihm war übrigens die Episode SF156 „Die Zukunft gestalten“ und das letzte im vergangenen Dezember SF163 „Umgang mit Unsicherheit“ .


Inhalte

Wir sprechen unter anderem über:

  • Fehlende Toleranz
  • die Wirkungen von Massenmedien
  • das Thema „Gereiztheit“ ist schon älter
  • einige Buchtipps
  • Frustrationstoleranz aufbauen
  • „Ballerspiele“
  • persönliche Strategien für mehr Gelassenheit

Wir sprechen auch über Methoden zur Selbstführung:


Musik im Vor- und Nachspann
by Joakim Karud http://soundcloud.com/joakimkarud


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SF149 Super-Resilienz – gestärkt aus der Krise


Super-Resilienz: Stärker aus der Krise hervorgehen

Wie kann es sein, dass einzelne Menschen gestärkt aus einer Krise hervorgehen? Ist ein Zufall oder können wir Fähigkeiten erkennen, die beeinflussbar, vielleicht sogar erlernbar sind? Ich denke, die Antwort ist JA. Sie alle kennen den Begriff Resilienz. Damit meinen wir die Fähigkeit, auch besonders schwierige Lebenssituationen ohne „bleibende Schäden“ zu überstehen. In der anhaltenden Pandemie benötigen wir diese Fähigkeit ganz besonders. Ich erlebe in diesen Tagen allerdings einige Menschen, die nicht nur wieder aufstehen, wenn sie mal umgeworfen werden. Sondern sie stehen stärker auf, lernen aus der schwierigen Situation, honen ihre Fähigkeiten und entwickeln sich in und durch die Krise weiter. Wie kann das sein? Ich schlage im Kontext meines Fokus auf das Thema Selbstführung von „Super-Resilienz“ zu sprechen. In dieser kompakten Episode will ich Ihnen dazu meine Ideen vermitteln. Und ich gebe Ihnen konkrete Tipps, wie Sie diese Super-Resilienz für sich entwickeln können, um gestärkt aus Krisen hervor zu gehen.


Was ist Super-Resilienz?

Klären wir doch zunächst, was im Allgemeinen unter Resilienz verstanden wird. Dr. Karen Reivich und Dr. Andrew Shatté von der University of Pennsylvania sehen sieben Aspekte:

  • Emotionssteuerung
  • Impulskontrolle
  • Kausalanalyse
  • Empathie
  • Realistischer Optimismus
  • Reaching-Out/Zielorientierung
  • Selbstwirksamkeit

 


Zwei weitere Fähigkeiten

Wenn diese die wesentlichen Aspekte von menschlicher Resilienz sind, dann schlage ich für die „Super-Resilienz“ hier noch mindestens zwei weitere Aspekte vor. Super-Resilienz heißt: Stärker aus der Krise hervorgehen; nicht nur wieder aufzustehen, sondern neue Fähigkeiten, Ideen oder Haltungen entwickelt zu haben. Was kommt also zur Resilienz hinzu?

Selektive Kommunikation – Plädieren und Erkunden: die „Durchlässigkeit“ steuern: was lasse ich an mich heran, wo suche ich den intensiven Austausch – und wo schotte ich mich ab, z.B. durch eine bewusste Mediendiät? Ich führe mir immer wieder das Beispiel des Autofahrens vor Augen: Wir blenden den allergrößten Teil der Informationen aus und haben gelernt, die wichtigen Informationen zu beachten und für das Steuern des Autos (oder Fahrrads) zu verwenden. Um mit den Auswirkungen einer Krise konstruktiv umzugehen und um möglichst gestärkt aus ihr hervor zu gehen, sollten wir als Führungskräfte eine Balance, besser noch: ein Fließgleichgewicht finden zwischen dem „Plädieren“ und dem „Erkunden“. Diese Unterscheidung fand ich im „Fieldbook zur Fünften Disziplin“ von Peter Senge und anderen; das Buch erschien bereits Anfang der 1990er Jahre.
Ich verwende die Begriffe hier so: Plädieren (mir selbst und anderen gegenüber) bedeutet, den eigenen Standpunkt erfasst zu haben und für andere verständlich ausdrücken und ggf. verteidigen zu können. Das kennen Sie selbst aus zahlreichen Führungserfahrungen. Als komplementäre Ergänzung bedarf es der Fähigkeit des Erkundens. Hilfreich ist eine neugierige, am anderen (Person oder Thema) interessierte Haltung. Wer erkundet, macht sich natürlich auch verletzlich. Allerdings ist diese Haltung die Voraussetzung dafür, überhaupt Neues zu erkennen und ggf. zu integrieren. Als Aspekt einer „Super-Resilienz“ ist diese Fähigkeit, also ein Fließgleichgewicht zwischen dem Plädieren und dem Erkunden herzustellen, aus meiner Sicht zentral wichtig.

Aktive Selbstentwicklung: Sie kennen als häufige Hörer des Podcast sicher mein Modell der Sieben Felder der Selbstführung. Darin ist das dritte Feld mit „Fähigkeiten und Selbstentwicklung“ bezeichnet. In dieses Feld sind Talente und persönliche Stärken sowie deren Weiterentwicklung eingeordnet, ebenso wie wesentliche soziale und kommunikative Fähigkeiten. Im Interview zu meinem ersten Buch über Selbstführung führte Götz Werner, der Gründer der dm Drogeriemärkte aus: „Die Frage ist, wie gelingt es mir in meinem Leben, meine Biografie in die Hand zu nehmen? Oder anders gesagt: Wie gelingt es mir, im Sattel zu sitzen und nicht am Schwanz des Pferdes zu hängen?“ Aus seiner Sicht sollte jeder die Verantwortung für die eigenen Fähigkeiten annehmen und sich weiterentwickeln. Denn – und das ist entscheidend – wir sind nicht „fertig“, egal welches Alter wir erreicht haben. „Personality Isn’t Permanent“ ist der Titel eines Buchs des Organisationspsychologen Benjamin Hardy. Die aktive Selbstentwicklung trägt zur Super-Resilienz bei. Sie ist mehr als die Entwicklung eines realistischen Optimismus’, sie ist nahe dran am Ansatz der Selbstwirksamkeit, aber sie geht darüber hinaus. Es ist hier nicht Zeit und Raum, das im Detail zu vertiefen; ich verspreche Ihnen, dieses Thema noch einmal aufzunehmen und im Detail zu erläutern.


Tipps, um eine „Super-Resilienz“ zu entwickeln

Reflexion / Aktives Lernen:

Prüfen Sie, wie Sie sich in unterschiedlichen Phasen einer Krise verhalten:

  • Wann und wie ziehen Sie sich auf den status quo Ihrer gegenwärtigen Position und Haltung zurück?
  • Und wann und wie gelingt es Ihnen trotz widriger Bedingungen, sich zu öffnen, Neues erst einmal wahrzunehmen, vielleicht „auszuhalten“, und es dann sinnvoll zu integrieren?
  • Was hat in Ihnen einen konstruktiven Umgang mit Krisen bisher gefördert?
  • Welche Personen waren förderlich, welche destruktiv?

Mit solchen und ähnlichen Fragen können Sie Ihr aktives Lernen ankurbeln…

 

Die „Vierung“ anwenden:

Sie erinnern sich an mein praxisnahes Modell mit vier zentralen Fragen:

  • Was will ich weiter machen?
  • Was will ich anders machen?
  • Was will ich neu machen?
  • Was will ich nicht mehr machen/stoppen?

 

Phasenwechsel: Anspannung, Entspannung

In diesen Zeit reisen wir zu wenig, wie ich meine. Auf Reisen können die Gedanken fließen, kommen neue Eindrücke. Checken Sie für sich, wo Sie auch unter eingeschränkten Umständen wieder unterwegs sein können. Das kann z.B. der lange aufgeschobene Besuch bei einem A-Kunden sein. Nutzen Sie den Abend im Hotel, um sich entweder Muße zu gönnen oder an Ihren Plänen zu arbeiten. Und natürlich plädiere ich an dieser Stelle erneut dafür, dass Sie sich eine persönliche Planungszeit nehmen.

 


Musik im Vor- und Nachspann
by Joakim Karud http://soundcloud.com/joakimkarud


 

 

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SF15 Leistungsstark am Arbeitsplatz

Interview mit Anja Termöllen, business fitness

In der heutigen Podcast-Episode geht es um Gesundheit und Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz: Wie können wir Mitarbeiter und Führungskräfte dabei unterstützen, langfristig gesund, motiviert und leistungsfähig zu bleiben? Ich befrage die Expertin unserer Ld 21 academy, Anja Termöllen dazu. Sie geht die in Unternehmen und schult vor Ort Führungskräfte und Mitarbeiter im Umgang mit den eigenen Ressourcen. Vor dem Interview erläutere ich zunächst den Bezug zum Modell der Sieben Felder der Selbstführung. Im Hauptteil folgt das Interview und im Schlussteil dieser Podcast-Episode fasse ich einige Aspekte noch einmal zusammen.
Hier – zur Vorbereitung – schon wesentliche Punkte aus dem Gespräch mit Anja Termöllen
  • Bei vielen Führungskräften ist das Thema körperliche Fitness angekommen – derzeit wächst bei Ihnen der Bedarf an Entspannungsmethoden
  • Weitere Bedürfnisse: Methoden zur Förderung der mentalen Fitness, Techniken zur Abgrenzung und zur Fokussierung, Übungen in Achtsamkeit
  • Für Programme am Arbeitsplatz ist eine vorhergehende Analyse der Bedingungen unbedingt erforderlich
  • Empfehlung, die jeweiligen Lebensphasen zu berücksichtigen; dazu sind individuelle, maßgeschneiderte Programme notwendig
  • Humor spielt eine wichtige Rolle
  • Programme müssen kompakt, kurz, leicht zu lernen und zu wiederholen sein; mediale Unterstützung (Audio, Video) fördert die Wirksamkeit
  • Beispiel „Sauerstoffmaske“ – erst sich selbst versorgen, damit ich dann andere kraftvoll unterstützen kann

Internetseite und Video mit Übung

Wer sich weiterführend mit ihrer Arbeit beschäftigen will, dem sei ihre Internetseite empfohlen. Sie nutzt in den Unternehmen und im Personal Training Medien wie Video und Audio, um langfristige Erfolge sicher zu stellen.
Für die Hörer dieses Podcasts empfiehlt sie den Videoclip zur Übung „Die Daumen wandern“, der auf Ihrer Internetseite angesehen werden kann – bitte den link am Ende des Kapitels „Einfache und effektive Übungen anklicken.  Oder direkt zur Videoplattform –  hier der link (bitte auf  den blauen Button „Watch on Vimeo“ klicken). Bei der eigenen Umsetzung empfiehlt es sich, die Übung achtsam und mit dem nötigen Humor durchzuführen.

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SF10 Resilienz und Selbstwirksamkeit

Interview mit der Bestsellerautorin Dr. Christina Berndt

In dieser Podcastepisode interviewe ich Christina Berndt, Wissenschaftsjournalistin bei der Süddeutschen Zeitung und Autorin des Bestsellers: Resilienz – Das Geheimnis der psychischen Widerstandskraft. Frau Berndt gehört zu den Keyspeakern des diesjährigen Leadership Development Congress.
Im Interview erörtern wir, was eigentlch Resilienz ist – und ich lerne die wahre Herkunft des Begriffs kennen. Weiterhin sprechen wir darüber, wie Führungskräfte mit ihren Ressourcen umgehen sollten und Frau Berndt erläutert, welche Bedingungen für Leistungsfähigkeit wichtig sind und wie wir selbst zu einer stabilen Persönlichkeit beitragen können.
Mich interessiert im Gespräch auch, welche Fähigkeiten wir in Eigenleistung trainieren und optimieren können. Schließlich liefert uns die Buchautorin auch einige handfeste Tipps zur Erhaltung und Steigerung unserer Widerstandsfähigkeit.

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